Seit einigen Wochen setze ich mich wieder intensiver mit Niklas Luhmann und seiner Systemtheorie auseinander. Zwar habe ich mich im Rahmen meines Studiums der „Angewandten Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau regelmäßig mit System- und Handlungstheorie(n) beschäftigt, aber nie zuvor war meine Faszination für die Arbeit von Luhmann so groß, wie zur Zeit.
Luhmann lehnt sich mit seiner Systemtheorie unter anderem auch an eine frühere Arbeit von Fritz Heider an, welche dieser 1926 unter dem Titel „Ding und Medium“ in einer Zeitschrift publiziert hatte. Nachdem ich vor einigen Jahren mal – mehr oder weniger zufällig – über diesen Aufsatz gestolpert bin und davon begeistert war, hatte ich im Oktober 2008 die Möglichkeit, mich im Rahmen einer kleineren Hausarbeit mit „Ding und Medium“ unter dem Untertitel „Eine moderne Betrachtung einer reifen Lektüre“ auseinanderzusetzen.
Auch wenn die Hausarbeit, die letztlich innerhalb [Read more →]
Das nachfolgende Video vermittelt einen kleinen Eindruck von den Social Media-Aktivitäten der Vereinten Nationen (UN). Der Clip fasst zusammen wie die UN bekannte und reichweitenstarke Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, Videoplattformen wie Youtube oder die Wikipedia dazu einsetzen, um eigene Botschaften an ein disperses Publikum zu übermitteln und damit eine breite Öffentlichkeit auf relevante Themen und Ereignisse aufmerksam zu machen.
By the way: Journalismus oder Public Relations??? (Klick?!)
+++ HINWEIS: In den Kommentaren findet eine spannende und hochinteressante Diskussion zum Thema statt!!! +++
Nachfolgenden wird der Versuch unternommen, Soziale Medien anhand einer Auswahl von sieben Kennzeichen und Merkmalen zu charakterisieren. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und steht Kritik und Ergänzungen offen!
Definition Social Media
Als Social Media sind dabei Kommunikationskanäle und Kommunikationsplattformen definiert, auf denen sich Privatpersonen und zunehmend auch Organisationen präsentieren, Soziale Netzwerke bilden, eigene Inhalte publizieren, Fremdinhalte weiterempfehlen sowie generell Informationen und Meinungen mit anderen austauschen. Entscheidend bei Social Media ist die Fokussierung auf von den Nutzern erstellte (User-generated Content) oder durch die Nutzer weiterverbreitete (Fremd-)Inhalte Soziale Medien sind zudem gekennzeichnet durch die Eigenschaft von Sozialen Netzwerken über welche diese Inhalte an ein disperses Publikum verbreitet werden und über welche Produzenten und Rezipienten miteinander interagieren können. In dieser Charakterisierung ähneln Social Media den traditionellen Medien, mit dem großen Unterschied, dass potentiell jeder Nutzer aktiv daran teilnehmen und eigene Inhalte publizieren kann. Social Media sind Bestandteil des Social Web und basieren als solches auf der WWW-Technologie.
(Arbeitsdefinition, Jan M. Rechlitz)
Kennzeichen von Social Media
(1) Eine verstärkte Entwicklung zur Personalisierung von Inhalten führt dazu, dass [Read more →]
Im Juni 2010 wurde die von der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor durchgeführte Studie „Medien-Trendmonitor 2010“ publiziert. Unter dem Titel „Journalismus in einem neuen Informationszeitalter“ wurden im Befragungszeitraum vom 01. bis zum 15. März 2010 insgesamt 2.682 Journalisten unterschiedlicher Medienbereiche in einer Internetbefragung zu den Themenschwerpunkten Digitale Zukunft, Paid-Content-Modelle, Social Media, Online-Nachrichten, PR-Videos und zu dem journalistischen Berufsbild befragt (Download der Studie [PDF]).
„Wie sind Sie als Journalist für die digitale Zukunft gerüstet?“
Auf die Frage wie sich die Journalisten für die digitale Zukunft gerüstet sehen antworteten 61,9 Prozent der Befragten, dass sie [Read more →]
[Der Journalismus]Social Media ist eine freie Tätigkeit: Jedem steht der Zugang zu dieser `öffentlichen Magistratur` offen, ihre Ausübung ist, soweit sie nicht in Konflikt mit den Strafgesetzen gerät, durch keine Schranken eingeengt. Wer, des Schreibens mehr oder weniger kundig, in der reichen Abwechslung und beständigen Anregung des täglichen Geschehens Befriedigung für ein bewegliches oder unruhiges Temperament sucht, wer, von den Wonnen des [Read more →]
Seitdem ich mich intensiv mit Medien auseinandersetze – und das sind durchaus schon einige Jahre – habe ich wohl selten so eine spannende Zeit erlebt, wie aktuell. Was da gerade medienpolitisch, aber auch kommunikationswissenschaftlich passiert, dürfte in dieser Form wohl zum ersten Mal so auftreten in Deutschland.
Wenn ich von der Medienpolitik spreche, dann dürften wohl die meisten ahnen, auf welches Thema ich im Kommenden zu sprechen kommen möchte, richtig: Die (sozial-)medialen Vorgänge rund um die Kandidatenkür des deutschen Bundespräsidenten. Momentan schwappt ja eine mediale Welle der Gauck-Sympathie durch die deutsche Presselandschaft, die in [Read more →]
Für die Sendung Breitband vom Deutschlandradio Kultur, die sich mit den aktuellen Entwicklungen neuer und alter Medien auseinandersetzt, hat sich Moderator Philip Banse mit dem Organisationspsychologen Peter Kruse über das Thema „Agenda-Setting im Internet-Zeitalter“ unterhalten. Kernfrage: Wie kann sich im Zeitalter von Social-Media, in der potentiell jeder ein Medienmacher und Multiplikator ist, wo alle über alles reden und die Aufmerksamkeit weitflächig verteilt wird, die Gesellschaft noch auf Relevantes einigen?
Beim Agenda-Setting geht es darum, Themen in das öffentliche Bewusstsein zu bringen, so dass in einer breiten Öffentlichkeit darüber diskutiert wird. Entscheidend hierfür sind [Read more →]
Warum es wichtig ist, für qualitative Inhalte im Internet zu bezahlen und warum Flattr eine interessante Idee ist. Inklusive einem kleinen Ausflug in die Medientheorie…
Man stelle sich ein großes barockes Theater vor. Eine große Bühne, flaniert von samtroten Vorhängen mit goldenen Kordeln. Darauf Schauspieler, die ein Theaterstück aufführen, singen, Geschichten erzählen. Auf dem Parkett und den Rängen befinden sich unzählige Stühle und Sessel, darauf die Zuschauer, die gebannt und fasziniert der Aufführung folgen, applaudieren, buhen oder gähnen und die in der Pause und danach im Foyer mit anderen Zuschauern über das Theaterstück diskutieren.
Dass Apple und Steve Jobs eine etwas eigene Auffassung davon haben, wie freizügig die Inhalte sein dürfen, die in ihren App-Store angeboten werden dürfen, konnte kürzlich erst die Bild erfahren, die seither auf das in Deutschland erfolgreiche „Girl von Seite 1“ in ihrer iPhone- und nun auch iPad-App verzichten muss. Umso provokanter deshalb die Aktion eines Berliner Künstlers, der einen U-Bahnhof in Berlin mit täuschend echt wirkender, aber gefakter Apple-Werbung schmückte, sexueller Content inklusive. Eine etwas andere Diskussion über die Grenzen der Privatsphäre, abseits von Google und Facebook.
„It`s already a revolution“, das ist der Claim, den Apple in seinem [Read more →]
Der englische Begriff „Payback“ kann übersetzt werden mit den Begriffen „Heimzahlen“, „Abrechnung“ oder „Rache“. „Payback“, so heißt auch das Buch, das Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, Ende 2009 veröffentlichte und in der sich der Autor kritisch mit dem Einfluss moderner Informationsmedien wie dem Internet und den Sozialen Medien auf den Menschen (also Schirrmacher selbst) auseinandersetzt, eine Überforderung mit der täglichen Informationsflut beklagt und vor einer computerdominierten Zukunft warnt.
Dass der Titel des Buches ruhig wörtlich zu verstehen ist, das durfte nun der Psychologe und Unternehmensberater Peter Kruse erfahen, der sich mit unterschiedlichen Themen rund um das Web 2.0 sowie Auswirkungen der Netzwerkkultur auf die Gesellschaft auseinandersetzt und sich im Internet großer Beliebtheit erfreut. Kruse wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung von „Payback“ von der Süddeutschen zu seiner Meinung über Schirrmachers Buch befragt und antwortete kritisch:
Herr Schirrmacher begeht in seinem Buch einen erstaunlichen Denkfehler durch die Einseitigkeit der von ihm gewählten Perspektive: Er betrachtet die digitale Welt ausschließlich aus dem Blickwinkel einer Person, die das Geschehen als distanzierter und bewertender Beobachter erlebt. Wer sich nicht selbst in den Netzwerken bewegt und sie als eine schwer zu ertragende Kakophonie empfindet, der fühlt sich logischerweise schnell überfordert und vielleicht sogar aggressiv belästigt. Mit seinem Buch outet sich Herr Schirrmacher als fremdelnder Netzwerk-Besucher, als Zaungast, der einer wilden Party gleichermaßen neugierig wie irritiert aus der Ferne zuschaut.
Das Imperium schlägt zurück
Sechs Monate nach diesem Interview folgte nun in der vergangenen Woche die „Rache“ von Frank Schirrmacher in Form [Read more →]
Die Potentiale und Einsatzmöglichkeiten von Social-Media und (Massen-)Medien als Kommunikations- & Marketinginstrumente verstehen, um individuelle Strategien und Konzepte zu entwickeln!