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Nachfolgenden wird der Versuch unternommen, Soziale Medien anhand einer Auswahl von sieben Kennzeichen und Merkmalen zu charakterisieren. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und steht Kritik und Ergänzungen offen!
Definition Social Media
Als Social Media sind dabei Kommunikationskanäle und Kommunikationsplattformen definiert, auf denen sich Privatpersonen und zunehmend auch Organisationen präsentieren, Soziale Netzwerke bilden, eigene Inhalte publizieren, Fremdinhalte weiterempfehlen sowie generell Informationen und Meinungen mit anderen austauschen. Entscheidend bei Social Media ist die Fokussierung auf von den Nutzern erstellte (User-generated Content) oder durch die Nutzer weiterverbreitete (Fremd-)Inhalte Soziale Medien sind zudem gekennzeichnet durch die Eigenschaft von Sozialen Netzwerken über welche diese Inhalte an ein disperses Publikum verbreitet werden und über welche Produzenten und Rezipienten miteinander interagieren können. In dieser Charakterisierung ähneln Social Media den traditionellen Medien, mit dem großen Unterschied, dass potentiell jeder Nutzer aktiv daran teilnehmen und eigene Inhalte publizieren kann. Social Media sind Bestandteil des Social Web und basieren als solches auf der WWW-Technologie.
(Arbeitsdefinition, Jan M. Rechlitz)
Kennzeichen von Social Media
(1) Eine verstärkte Entwicklung zur Personalisierung von Inhalten führt dazu, dass die Veröffentlichung von Content und Aktivitäten innerhalb von Sozialen Medien zunehmend durch eine verstärkte Bindung an einzelne und individuell erkennbare Personen gekennzeichnet ist. Darüber hinaus ist ein Trend zur Verwendung von Klarnamen statt Pseudonymen erkennbar.
(2) Social Media weisen eine Tendenz zu Individualisierung und Branding auf. Das heißt, Nutzer haben mal mehr (z.B. MySpace, wo sowohl gestalterisch, wie auch inhaltlich vielfältige Anpassungen vorgenommen werden können), mal weniger (z.B. flickr, wo lediglich Inhalte eingepflegt, aber keine gestalterische Anpassung vorgenommen werden können) die Möglichkeit ihre eigene Profilseite individuell zu gestalten und an die eigenen Vorstellungen anzupassen.
(3) Die Interaktion mit anderen Nutzern kann, neben der Veröffentlichung und Weiterverbreitung von Inhalten, als wesentliches Merkmal von Sozialen Medien verstanden werden. Egal ob bei Videoportalen wie Youtube, bei Sozialen Netzwerken wie Facebook, MySpace und studiVZ, bei Fotoplattformen wie Flickr, bei Microbloggingdiensten wie Twitter, bei Social Bookmarking-Diensten wie Deliciois oder bei Blogs, sämtlichen Diensten ist gemein, dass sie jeweils unterschiedlich ausgeprägte Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Nutzern bereit stellen, eine direkte Ansprechbarkeit fördern und damit einen interaktiven Rückkanal zur Verfügung stellen.
(4) Über die Vernetzung und Weiterverbreitung von Inhalten, werden Informationen und Inhalte einem größeren Publikum empfohlen und zugänglich gemacht. Durch Verlinkungen mit anderen Seiten werden Inhalte dauerhaft miteinander verknüpft und es entstehen Netzwerke. Paradebeispiel hierfür ist sicherlich Facebook, wo nicht nur Inhalte von befreundeten Nutzern innerhalb von Facebook über die Funktion „Teilen“ übernommen und weiterverbreitet werden können, sondern auch Inhalte, die bei Twitter oder in Blogs veröffentlicht werden, automatisch über entsprechende Applikationen und via RSS in das Soziale Netzwerk eingespeist werden können. Darüber hinaus ist es möglich, Inhalte von beliebigen Webseiten außerhalb des Sozialen Netzwerkes durch so genannte „Share“(Teilen)- oder „Like“- (Gefällt mir) Buttons über Facebook-Connect ebenfalls innerhalb des eigenen Facebook-Netzwerkes bekannt zu machen. Ähnliche Funktionen weisen auch andere Soziale Medien auf, beispielsweise Tumblr (Reblog), Twitter (Retweet) sowie Flickr und Youtube (Embed-Codes).
(5) Auch die Funktion der Referenzierung von Inhalten spielt bei Sozialen Medien eine große Rolle. So werden Inhalte nicht nur übernommen und weiterverbreitet, sondern deuten dabei gleichzeitig auch auf die Ursprungsquelle hin. So verweisen etwa Inhalte die bei Facebook geteilt oder integriert wurden immer auf den Autor bzw. die Quelle und verlinken diese automatisch. Ähnliches gilt auch bei Twitter (Retweets), Blogs (Trackback-Links) oder Tumblr („Reblogged by“). Dienste werden damit plattformübergreifend immer stärker miteinander verknüpft, wodurch auf verschiedenen Kanälen aufeinander Bezug genommen wird und ein großes Soziales (Meta-)Netzwerk entsteht.
(6) Als weiteres Kennzeichen gilt die Dezentralisierung von Inhalten. Offene Programmierschnittstellen (API) sorgen dafür, dass unabhängige Programmierer die Möglichkeit haben, zusätzliche Funktionen für die Dienste zu entwickeln und diese so auch mit externen Webseiten und Programmen zu verknüpfen. Offene Programmierschnittstellen schaffen somit Anknüpfungspunkte für (eigene) Weiterentwicklungen. Als Paradebeispiel hierfür kann Twitter gesehen werden, dessen Erfolg auch mit darin begründet liegt, dass frühzeitig eine Vielzahl von Programmen, wie beispielsweise Desktop-Clients, entwickelt wurden, die Twitter einfacher und schneller nutzbar machten. Dezentrale Authentifizierungssysteme, wie beispielsweise Open ID, ermöglichen es zudem, sich mit einem zentralen Nutzerzugang auf beliebigen Webseiten, auf denen das jeweilige Authentifizierungssystem integriert wurde anzumelden, ohne sich extra neu registrieren zu müssen.
(7) Traditionelle Medien pflegen gemeinhin eine asynchrone Form der Kommunikation. D.h. Inhalte werden erstellt, aber gelangen erst mit Zeitverzögerung an das Publikum (Ausnahme: Live-Übertragungen im Rundfunk). Soziale Medien hingegen zeichnen sich durch eine Synchronität der Kommunikation aus, d.h. Inhalte können nahezu in Echtzeit unmittelbar nach der Erstellung vom Publikum rezipiert werden. Hierdurch findet eine Stärkung von Diskussionsmöglichkeiten und interpersonalem Austausch statt.
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