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DIY – Ich bastel mir nen Job

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich in dem Artikel “Digital-Mediation” einen kurzen Blick auf meine bisherige beruflichen Laufbahn geworfen. Und ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt, in welche Richtung es für mich mittel- und langfristig gehen könnte. Der Artikel war für mich tatsächlich der Beginn einer intensiveren Auseinandersetzung mit mir, meinen Stärken, Kompetenzen und mit meinen Möglichkeiten, die auch nach wie vor anhält und noch längst (vielleicht sogar nie) ein Ende gefunden hat.

In dem Artikel “138 Milliarden Gründe für eine sinnstiftende Arbeitswelt” habe ich eine Stelle aus dem Buch “Im Mittelpunkt steht der Mitarbeiter”, von Christina Bösenberg und Bernhard Küppers zitiert, die sich mit dem Konzept des so genannten “Job Sculping” beschäftigt:

“Job sculping is the art of matching people to jobs that allow their deeply embedded life interests to be expressed. It is the art of forging a customized career path in order to increase the chance of retaining talented people.” Und hierfür braucht es Personalentwickler und Führungskräfte, die sich selbst ständig weiterentwickeln, die aber vor allem ihre Mitarbeiter im Team genau kennen und verstehen, um sie als Trainer und Mentoren dauerhaft zu begleiten.

Dies alles zum Anlass nehmend habe ich mich in den vergangenen Wochen nochmal ein bisschen stärker mit mir, meiner Arbeit und meinen Kompetenzen auseinandergesetzt. Und ich habe mich gefragt, wieso der Impuls einer Job-Beschreibung eigentlich immer von einem Unternehmen ausgehen muss – die im Zweifel jeden Einzelnen in ein mal mehr, mal minder starres Korsett hineinpressen. Wieso nicht bei sich selbst beginnen und herausarbeiten, was die eigenen Stärken und Kompetenzen sind und mit welchem “Angebot” man Arbeitgebern begegnen kann. “Selbstverwirklichung” und “Sinnstiftung” sind zwei wichtige Begriffe, die heutzutage immer wichtiger werden. Dabei ist es kein Zufall, dass das erste Wort des ersten Begriffs aus “Selbst” und nicht aus “Verwirklichung” besteht und damit den Fokus vorgibt: Zuerst selbst aktiv werden. Oder: Verwirklichung durch Selbstbestimmtheit. Und das wiederum sind ganz wesentliche Puzzleteile jener Sinnstiftung, um die es vielen von uns letztendlich geht.

Natürlich macht es es für Unternehmen einfacher, Arbeitnehmer (“Ressourcen” sic!) in bestimmte Cluster (Schubladen) einzuteilen. In meinem Fall waren es in den vergangenen sechs Jahren nacheinander die Schubladen “Projektmanagement”, “Digital-Konzeption” (IA, UX), “Beratung” (für Social Media & digitale Kommunikation), “Digital-Strategie” sowie abermals “Beratung” (für digitale Transformation). Ich würde für mich in Anspruch nehmen zu sagen, dass ich in jede dieser Schubladen sehr gut hineingepasst

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und immer gute Arbeit geleistet habe. Und dennoch blieb es immer, was es war: Ein Schublade. Ein eingegrenztes Feld. Jedes Mal verspürte ich den Drang, mich über die Schublade hinaus auch in anderen Schubladen zu bewegen. Deswegen auch die entsprechenden Wechsel.

Wie gesagt, es kann schon Sinn machen, manchmal in Schubladen zu denken. Und sicherlich vereinfachen diese nicht nur die Arbeit und Prozesse eines Unternehmens, sondern geben einem jeden Arbeitnehmer auch wichtige Definitionen (Rolle, Aufgabe etc.) an die Hand. Und dennoch kann ich dem Prinzip des “Job Sculping” viel mehr abgewinnen und bin davon überzeugt, dass es Unternehmen und Arbeitnehmer langfristig weiterbringt, wenn jeder Einzelne seine ganz eigene Schublade gestalten kann. Schließlich bin ich nicht nur “der Kommunikationswissenschaftler”, “der Projektmanager”, “der Konzepter”, “der Stratege” oder “der Berater”, sondern: Ich bin Jan M. Rechlitz. Und ich bin durch ein kommunikationswissenschaftliches Denken geprägt und habe mir über die Jahre wichtige Skills in den verschiedenen Bereichen Projektmanagement, Konzeption, Strategie und Beratung angeeignet. Hinzu kommen persönliche Werte und Kompetenzen, die von meinem Charakter, aber auch von meiner individuellen Lebenserfahrung geprägt sind. Kompetenzen, die zusammengenommen etwas völlig eigenes ergeben, was sicherlich nicht in eine standardisierte Schublade passt. Und wenn ihr einen Namen dafür braucht, dann nutzt doch den (bewusst leeren) Begriff “Kommunikationsberater”, der viele Freiräume lässt, persönlich und individuell aufgeladen zu werden durch die nachfolgende Beschreibung, die sich aus all den genannten Schubladen und Bereichen bedient und niemals abgeschlossen sein sollte.

Brainstorming

Brainstorming

Theoretischer Hintergrund

Wir leben in einer Zeit, in der die Kommunikation ein ganz wesentlicher Faktor des gesellschaftlichen und beruflichen Lebens darstellt. In einem Kollektiv von unzähligen Individuen, die sich untereinander (freiwillig und unfreiwillig) zu verschiedenen Teilsystemen zusammenschließen bilden sie in ihrer Summe gemeinsam eine “Gesellschaft”. Niklas Luhmann unterscheidet (neben Maschinen) zwischen den biologischen Systemen (Organismen, Zellen, Nervensystemen etc.), den psychischen Systemen (menschliches Bewusstsein) sowie den sozialen Systemen (Kommunikation). Der einzelne Mensch ist demnach nicht als ein einziges System anzusehen, sondern er setzt sich aus seinem Körper (biologisches System: lebt), seinem Bewusstsein (psychisches System: nimmt wahr) sowie seinen nach außen sichtbaren Handlungen (soziales System: kommuniziert) zusammen. Der einzelne Mensch lässt sich dabei nicht nur einem einzigen Teilsystem innerhalb der Gesellschaft zuordnen (z.B. Unternehmen vs. Familie), sondern unzähligen davon und agiert als Akteur zeitgleich im Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme. Zwischen den einzelnen Elementen eines Systems wiederum bestehen verschiedene Wechselwirkungen, welche in ihren vielfältigen Relationen zueinander im Produkt ein System ergeben. Wo es keine Wechselbeziehungen mehr gibt, endet das System und seine Umwelt beginnt. Kommunikation stellt dabei nicht nur den Austausch zwischen all diesen Systemen dar, sondern sichert letztlich auch die Operationsfähigkeit der Gesellschaft. Genauso, wie es eminent ist, biologische oder psychische Systeme zu pflegen, so gilt dies ebenso auch für die sozialen Systeme (oder eben für die Kommunikation von Individuen und Gesellschaften). Mittler und Übersetzer an den Schnittstellen unterschiedlicher sozialer Systeme und Teilsysteme können hierbei einen wichtigen Beitrag leisten, auf Kommunikation bestehende Gesellschaften im gegenseitigen Austausch in Einklang zu bringen und somit nachhaltige Kommunikation zu ermöglichen und sinnvolle Mehrwerte zu schaffen.

Inhaltliche Beschreibung

Erfolgreiche Kommunikation ist nie nur das Ergebnis eines Einzelnen, sondern sie ergibt sich aus der Wechselbeziehung verschiedener Akteure unterschiedlicher Disziplinen und ihrer Aktionen (und Kommunikation) im Team sowie gegenüber anderen. Spannungsfelder sind oftmals die Folge. Die Systeme der einzelnen Disziplinen, Ebenen und Gewerke (z.B. Strategie, Konzeption, Technik, Design, Community Management, Projektmanagement sowie Teamleitung, Fachleitung, Unitleitung, Geschäftsführung, HR) unterscheiden sich als Zusammenschluss von Individuen mit ähnlichen Kompetenzen und Aufgabenbereichen nicht nur hinsichtlich ihrer Ziele, sondern auch in ihrer unterschiedlichen Denkweise und Sprache.

Um einen “reibungslosen Ablauf” dieser verschiedenen dispersen Systeme mit ihren unterschiedlichen Interessen und verschiedenen Sprachen zu gewährleisten, ist es wichtig, auf allen Seiten nachhaltiges Verständnis zu schaffen und dauerhafte Brücken zu bauen. Vorherrschende Bedürfnisse und Unzufriedenheiten gilt es ebenso zu identifizieren sowie auf aktuelle Stimmungsbilder, Emotionen und individuellen Befindlichkeiten einzugehen. Dabei spielt Empathie eine Schlüsselrolle. Deshalb bedarf es (möglichst unabhängiger) empathischer Mittler und Übersetzer, die zwischen den Individuen innerhalb eines Projektteams, zwischen den verschiedenen (z.B. kreativen) Disziplinen innerhalb einer Organisation (Unternehmen), zwischen Projektteams und Kundenteams sowie gegenüber dem Endkunden agieren.

Ziel ist es, Perspektiv-Wechsel zu vollziehen und dadurch nicht nur individuelle Bedarfe und Bedürfnisse zu identifizieren, sondern gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Auf diese auf gegenseitigem Austausch beruhenden Prinzipien sollen Komplexität und Unsicherheiten nachhaltig aufgelöst und eine erfolgreiche und stringente Kommunikation sichergestellt werden. Gleichzeitig ist es die Aufgabe, unter Einsatz eines differenzierten Methodenrepertoires, nutzerzentrierte Kommunikationslösungen in Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams zu entwickeln und in allen Phasen ihrer Umsetzung zu begleiten – extern für den Kunden sowie intern für das Team.

Soft Skills:

  • Empathie
  • Akzeptanz
  • Authentizität
  • Aufgeschlossenheit
  • Neugier
  • Hard Skills:

  • Interdisziplinäre Erfahrungen
  • Didaktische Fertigkeiten, um Wissen und Informationen nachvollziehbar und anschaulich an verschiedene Anspruchsgruppen zu vermitteln
  • Jahrelange berufliche Erfahrung
  • Aufgaben:

  • Didaktische Entwicklung von interaktiven Workshops
    • Entwicklung eines differenzierten Methodenrepertoires unter Einbeziehung von Design Thinking und Service Design
    • Konzeption von kreativen Workshop-Formaten
    • Moderation
  • Identifizierung von Nutzerbedürfnissen und -motivationen
    • Durchführung von Nutzer-Interviews
    • Entwicklung von Mental Models
    • Persona-Sketching
    • Ableitung von Handlungsempfehlungen
    • Begleitung im gesamten Service-Design-Thinking-Prozess
    • Nutzerfokussierte Qualitätssicherung
  • Entwicklung von stringenten nutzerzentrierten Kommunikationskonzepten
    • Begleitung bei der Entwicklung von nutzerzentrierten Kommunikationslösungen mit Schwerpunkt auf digitalen Medien
    • Entwicklung und Implementierung von Co-Creation-Konzepten
    • Sparringspartner für Konzeption, Strategie und technische Umsetzung
    • Vermittlung zwischen verschiedenen Disziplinen zur Sicherstellung von Einheitlichkeit und Stringenz
    • Integrierte Kommunikationsberatung
  • Auflösen von Konfliktsituationen
    • Identifizierung von Stimmungsbildern
    • Team-Mediation
    • Krisenkommunikationsstrategien
    • Reflexion kommunikativer Prozesse (intern und extern)
  • Identifizierung von individuellen Entwicklungspotentialen (intern und extern)
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